THEATER

Pantalon und Columbine

Pantomime von W. A. Mozart (KV 446)

Pantalon 1
Pantalon 2
Pantalon 3
Pantalon 4

HISTORISCHES

1783 komponierte Mozart die Musik zur Pantomime "Pantalon und Columbine" für eine Faschingsredoute, bei der er selbst den Harlekin verkörperte. Das bezaubernde Werk ist fragmentarisch im Original erhalten, nur eine erste Violinstimme ist überliefert, und war vermutlich für Streicher konzipiert. Die Handlung der Pantomime ist leider fast zur Gänze verloren gegangen, lediglich einige Hinweise aufgrund einzelner Satzüberschriften wie "Columbine ärgert Pantalon" oder "Pantalon ist böse" sowie die auftretenden Figuren sind erhalten. Es gibt Bemerkungen Mozarts in einem seiner Briefe, dass er sich im Spiel über einige seiner (adeligen) Zeitgenossen entsprechend lustig machen wollte, und soll er mit ihnen nicht unbedingt zimperlich umgegangen sein. Der Komponist Johannes Holik rekonstruierte und ergänzte die Pantomime im Stile Mozarts. Fehlende Teile wurden durch andere Mozartfragmente ersetzt, wobei die gesamte Partitur für Streichorchester konzipiert wurde. Milan Sladek schrieb das Szenario der Pantomime neu nach dem Vorbild der comédie italienne (die französisch-pariserische Version der commedia dell'arte), die zur Mozart-Zeit bekannter bzw. moderner war als die klassische italienische Version.

DIE HANDLUNG

Columbine und Harlekin sind ein Liebespaar, doch Columbines Vater Pantalon möchte diese Verbindung verhindern, weil der Dottore, der Columbine auch heiraten will, die bessere Partie ist. Natürlich ist Columbine ganz und gar nicht gewillt, den Wünschen des Vaters zu folgen. Den Heiratsvertrag hat sie zwar gezwungenermaßen unterschrieben, bei der nächsten Gelegenheit zerreißt sie ihn aber. Pierrot, der Diener des Pantalon, erhält den Auftrag, auf Columbine aufzupassen, damit sie Harlekin nicht treffen kann Harlekin überlistet natürlich Pierrot und so kommt es im Laufe des Stückes zu den komödiantischen Verwechslungen, Handgreiflichkeiten und Aufregungen, wie es die Tradition dieser Theaterform verlangt. Eingebettet ist diese Geschichte in einen Prolog und Epilog, die von Johannes Holik neu komponiert dem Stück seine dramaturgische Fassung geben.

 

Uraufführung: 27. Juni 2006 Jugendstiltheater Wien
Freilichtpremiere: 31. August 2006 Schloss Rothmühle, Schwechat-Rannersdorf
Eine Produktion des THEATER FORUM SCHWECHAT in Kooperation mit WIENER MOZARTJAHR 2006

Gastspiele in Deutschland auf diversen Festivals (Hamburg, Berlin, Schweinfurt, Schwetzingen, Passau, ...), in Barcelona und in Bratislava.

Eine Doppel-CD mit der Gesamtaufnahme der rekonstruierten Pantomimenmusik ist bei "GRAMOLA Vienna" erschienen und im Fachhandel sowie direkt im THEATER FORUM SCHWECHAT erhältlich.


Musikalische Rekonstruktion und Kompostion von Epilog und Prolog Johannes Holik
Rekonstruktion des Librettos Milan Sladek

ENSEMBLE NEUE STREICHER
Solovioline Franz Pobenberger
Dirigent Georg Kugi

Inszenierung Milan Sladek
Ausstattung Jan Kocman

Pantalon Markus Kofler
Columbine, seine Tochter Olinka Feldekova
Harlekin, ihr Geliebter Martin Kusenda
Dottore Juraj Bencik
Pierot, ein Diener Milan Sladek
PROLOG und EPILOG Julia Burian, Daniela Keimel, Milan Taro Sladek